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Samstag, 5. Mai 2018

Zeigerart: Lecanora chlarotera

Lecanora chlarotera, die helle Kuchenflechte, eine eher Stickstofftolerante Flechtenart die auf der Rinde von freistehenden (der Sonne ausgesetzt) Laubbäumen vorkommt.

Lecanora chlarotera auf Rinde von Kastanienbäume, Ahrntal, Südtirol (2. Mai 2018).

Mittwoch, 2. Mai 2018

Zeigerart: Viola odorata

Das Duftveilchen (Viola odorata) wächst in Mitteleuropa in Gebüschen, an Waldrändern, an schattigen Wegrainen auf frischen, nährstoffreichen, milden bis mäßig sauren, humosen Lehmböden in mild-humider Klimalage.

Viola odorata, Waldstandort Ahrntal, Südtirol (23. April 2018).

Viola odorata, Zeichnung von Leonardo da Vinci, um 1490.

Dienstag, 1. Mai 2018

Die Alpen - Wild und schön

"Welches Vergnügen, welche Wonne gewährt es doch dem Geiste, die ungheuren Bergmassen zu bewundern und das Haupt bis in den Wolken zu erheben! ... Welches Verrgnügen kann wohl in dieser Welt so hoch, so wertvoll, so vollkommen sein wie das Bergsteigen?"
Conrad Gesner, 1541.

Dienstag, 24. April 2018

Drachen in den Alpen

"Es wollen auch etliche, dass ehe dis Land bewohnt, sich vil der Draken in Seen und Wildnussen sich aufgehalten haben. Anjzo aber ist in diser Landschaft kein Ort oder Winkl so klein oder so wil nit, er wird von Leuten durchsucht, gereinigt und bewohnt.“
Marx Sittich von Wolkenstein, um 1600


Für viele Naturereignisse und -gewalten mussten in alten Zeiten als Urheber Fabelwesen herhalten. Eine der ersten Beschreibungen über den Kampf gegen einen Drachen finden sich in den Aufzeichnungen des Klosters Wilten bei Innsbruck. Laut Legende soll ein Riese einen Drachen getötet haben, der die Gegend in Angst und Schrecken versetzte und die Bauarbeiten am Kloster behinderte, indem er mit seinen Schwanz die Mauern stets von neuen umwarf. Konrad Gesner (1516-1565) führt in seinem Schlangenbuch im Kapitel "De dracone" drei Arten von Drachen ein: All drei hatten einen monströsen, schlangenartigen Körper. Eine Art der Drachen war aber unbeflügelt, einer mit Flügel und der dritte Typ war eine Art Tazelwurm. 


"In der Mühlauer Klamm, im grausigen Loch
Hat ein wütender Tatztelwurm gehaust.
Mit Katzenkopf und geschwollenen Bauch
So dass es selbst dem Teufel graust!
"
Tatzelwurmlied von Josef Pöll

In der "Historia naturalis Helvetiae curiosa", aus dem 17. Jhd., gibt es eine große Anzahl von angeblich verbürgten Geschichten über Drachen in den Alpen. Im Jahr 1678 publizierte der deutsche Universalgelehrte Athanasius Kircher (1601-1680) sein Werk "Mundus subterraneus", wo zahlreiche Abbildung von Skeletten von vermeintlichen Drachen gefunden werden können. 

Literatur:

KÖßLER, W.B. (1996): Es artet aus - Über das Aussterben von Wirbeltieren im Alpenraum. Grüne Reihe des Bundesministeriums für Umwelt, Bd. 8:  383

Samstag, 21. April 2018

Zeigerart: Pinus mugo

Koniferen spielen, aufgrund des Klimas, in der Vegetation der Alpen eine dominierende Rolle. An der Waldgrenze überleben nur sehr widerstandsfähige Bäume, Klima, Schnee und schlechter werdende Bodenverhältnisse erschweren zunehmend das Aufkommen von jungen Bäumen – hier herrschen die verschiedenen Kieferarten vor.

Bestimmung der Kiefer-Arten der Alpen:
- Nadeln in Gruppen von 5 – Zirbe (P. cembra)
- Nadeln in Gruppen von 2
--Nadeln bis zu 19cm lang, dunkelgrün – Schwarzkiefer (P. nigra)
--Nadeln bis zu 8cm lang
---Nadeln bis zu 5cm lang, Rinde gräulich – Latsche (P. mugo)
---Nadeln bis zu 8cm lang, Rinde bräunlich – Waldkiefer (P. silvestre)
 
Die Latsche kommt auf trockenen, sonnigen Hängen, zumeist mit kalkhaltigem Untergrund, vor. 
 
 Abb.1. Latschenbestände am Cosat di Popèna, Misurina See.

Abb.2. Pinus mugo, aus "Atlas der Alpenflora" (1882).

Samstag, 24. März 2018

Das beinahe Aussterben des Alpensteinbocks

"L´utilitá della scienza de' naturali, ed in particulare della zoologia, esige che con ogni maggior cura si conservino le specie di quegli animali che, trovandosi ridotte a piccol numero d' individui, corrono rischio d´annientarsi / Der Nutzen der Naturwissenschaften, und insbesonders der Zoologie, verlangt, dass mit allergrößter Sorgfalt jene Tierarten zu erhalten sind, welche, da sie auf eine geringe Individuenzahl geschrumpft sind, Gefahr laufen, völlig zu verschwinden."
Italienisches Gesetz zum Schutz des Alpensteinbocks, 1821.



In der Steinzeit ist der Steinbock, neben Gams und Murmeltier, ein wichtiges Jagdwild. Ab der Jungsteinzeit nehmen aber die archäologischen Funde von Knochen rapide ab. Eine Klimaverbesserung und gleichzeitige Verschiebung der Vegetationsgrenze dürfte zu einem Rückzug des Steinbocks geführt haben. 

 
Die ältesten Zeugnisse des Steinbocks sind neben Knochenfunde auch zahlreiche Höhlenmalereien. Eine der bedeutendsten Höhlen mit Eiszeitmalereien ist jene von Niaux in den Pyrenäen und Rouffignac, Frankreich.

Im Hochmittelalter führen Rodungen, Siedlungsausbau, Jagdwaffenentwicklung und uneingeschränkte Jagd zu lokalen Aussterben. Im 15. Jahrhundert gab es in Tirol nur noch drei Gegenden mit Steinwild, das Zillertal, das Tauferer Tal und das Pitz/Kaunertal. 

Der Steinbock wurde gejagt, weil man dachte das die Steinbock-Produkte gegen allerlei Krankheiten helfen würden. Der römische Artzt Marcellus schreibt im 5. Jahrhundert in seinen „De Medicamentis“, das die Losung des Steinbocks ein „unglaubliches und einzigartiges Mittel gegen Ischias und Gelenkentzündung sei, das selbst der Arzt Ausonius innerhalb von fünf Tagen von großen Schmerzen befreit hat.“ Im Mittelalter wurden allen Körperteilen Heilkräfte zugeschrieben, besonders gegen körperliche Schwäche und Schwindelgefühl. Im Jahre 1729 liest man in einer Innsbrucker Verordnung „Das Gescheibte von dem Steinbockhorn heilet, wenn man es in Milch gekocht, die Colic, und ist gut wider Mutterbeschwerden und andere dergleichen Frauenzimmer-Zufälle, die nicht weniger treffliche Mittel wieder wieder der Rauch davon, wenn man ihn durch Nase und Mund an sich zieht, ein vortreffliches Mittel wieder diesselben ist.“ Laut Hildegard von Bingen schützten Bekleidung aus Steinbockleder gegen Krankheiten. Sogar der Schwanzwedel vertreibe, so der Aberglaube, jegliche Zauberei. Natürlich waren auch die Hörner als Jagdtrophäe sehr beliebt. Die Hörner eines Steinbocks können bis zu einen Meter lang, und fünf Kilogramm schwer, werden. Die Hörner werden dazu genutzt die Rangordnung zu bestimmen und nur der stärkste Bock kann sich während der Brunftzeit paaren und fortpflanzen.

Erst Kaiser und begeisterter Jäger Maximilian I. gelang es gewisse Bereiche, wo der Steinbock noch vorkam, unter Schutz zu stellen. Doch Wilderei und Vermischung der Steinböcke mit Ziegen, die auf den Almen getrieben wurden, führte zu einer konstanten Abnahme der Bestände. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts war das Steinwild in Tirol sehr selten geworden und ein Dokument aus dem Jahre 1574 gibt den Bestand ausdrücklich als erloschenen an. Im 18. Jahrhundert gab es nur noch einzelne Restpopulationen des Steinbocks im Alpenraum und um 1809-1920 war er praktisch ausgerottet da nur noch ein Bestand in Aosta existierte.


Die letzten Steinböcke der Alpen überlebten ausgerechnet im persönlichen Jagdrevier von Umberto I. Der König von Italien stellte "seine" Alpensteinböcke sogar unter persönlichen Schutz. Allerdings wollte Umberto keinen seiner Steinbock hergeben, selbst auf offizielle Anfragen von anderen Alpenländern. 1906 wurden die ersten Tiere daher illegal in die Schweiz entführt (zur Feuer der Eröffnung des Simplontunnels in 1905) und 1911 wurden dort die ersten Tiere dort in die Freiheit entlassen. 
Sein Sohn jagte noch bis 1912 Steinböcke im Aostatal, sieben Jahre später schenkte er das Gebiet den italienischen Staat und am 13. Dezember 1922 wurde der Nationalpark Gran Paradiso gegründet. Nur noch 100 Steinböcke gab es damals. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Anzahl der Steinböcke im Naturpark Gran Paradiso auf einige Tausend Tiere angewachsen. Vom Engadin und von Graubünden aus, wo die von den Schweizern entführten Kitze angesiedelt worden waren, wanderte vor 50 bis 60 Jahren der Steinbock nach Südtirol ein. Heute gibt es wieder um die 1.500 Steinböcke in Südtirol und in den Alpen insgesamt, verteilt auf 160 Kolonien, mehr als 50.000 Tiere.

Freitag, 2. Februar 2018