Koniferen spielen, aufgrund des Klimas, in der Vegetation der Alpen
eine dominierende Rolle. An
der Waldgrenze überleben nur sehr widerstandsfähige Bäume, Klima,
Schnee und schlechter werdende Bodenverhältnisse erschweren zunehmend
das Aufkommen von jungen Bäumen – hier herrschen die verschiedenen
Kieferarten vor.
Bestimmung der Kiefer-Arten der Alpen: - Nadeln in Gruppen von 5 – Zirbe (P. cembra) - Nadeln in Gruppen von 2 --Nadeln bis zu 19cm lang, dunkelgrün – Schwarzkiefer (P. nigra) --Nadeln bis zu 8cm lang ---Nadeln bis zu 5cm lang, Rinde gräulich – Latsche (P. mugo) ---Nadeln bis zu 8cm lang, Rinde bräunlich – Waldkiefer (P. silvestre)
Die Latsche kommt auf trockenen, sonnigen Hängen, zumeist mit
kalkhaltigem Untergrund, vor.
Abb.1. Latschenbestände am Cosat di Popèna, Misurina See.
"L´utilitá della scienza de' naturali, ed in particulare della zoologia, esige che con ogni maggior cura si conservino le specie di quegli animali che, trovandosi ridotte a piccol numero d' individui, corrono rischio d´annientarsi / Der Nutzen der Naturwissenschaften, und insbesonders der Zoologie, verlangt, dass mit allergrößter Sorgfalt jene Tierarten zu erhalten sind, welche, da sie auf eine geringe Individuenzahl geschrumpft sind, Gefahr laufen, völlig zu verschwinden." Italienisches Gesetz zum Schutz des Alpensteinbocks, 1821.
In der Steinzeit ist der Steinbock, neben Gams und Murmeltier, ein wichtiges Jagdwild. Ab der Jungsteinzeit nehmen aber die archäologischen Funde von Knochen rapide ab. Eine Klimaverbesserung und gleichzeitige Verschiebung der Vegetationsgrenze dürfte zu einem Rückzug des Steinbocks geführt haben.
Die ältesten Zeugnisse des Steinbocks sind neben Knochenfunde auch zahlreiche Höhlenmalereien. Eine der bedeutendsten Höhlen mit Eiszeitmalereien ist jene von Niaux in den Pyrenäen und Rouffignac, Frankreich.
Im Hochmittelalter führen Rodungen, Siedlungsausbau, Jagdwaffenentwicklung und uneingeschränkte Jagd zu lokalen Aussterben. Im 15. Jahrhundert gab es in Tirol nur noch drei Gegenden mit Steinwild, das Zillertal, das Tauferer Tal und das Pitz/Kaunertal.
Der Steinbock wurde gejagt, weil man dachte das die Steinbock-Produkte gegen allerlei Krankheiten helfen würden. Der römische Artzt Marcellus schreibt im 5. Jahrhundert in seinen „De Medicamentis“, das die Losung des Steinbocks ein „unglaubliches und einzigartiges Mittel gegen Ischias und Gelenkentzündung sei, das selbst der Arzt Ausonius innerhalb von fünf Tagen von großen Schmerzen befreit hat.“ Im Mittelalter wurden allen Körperteilen Heilkräfte zugeschrieben, besonders gegen körperliche Schwäche und Schwindelgefühl. Im Jahre 1729 liest man in einer Innsbrucker Verordnung „Das Gescheibte von dem Steinbockhorn heilet, wenn man es in Milch gekocht, die Colic, und ist gut wider Mutterbeschwerden und andere dergleichen Frauenzimmer-Zufälle, die nicht weniger treffliche Mittel wieder wieder der Rauch davon, wenn man ihn durch Nase und Mund an sich zieht, ein vortreffliches Mittel wieder diesselben ist.“ Laut Hildegard von Bingen schützten Bekleidung aus Steinbockleder gegen Krankheiten. Sogar der Schwanzwedel vertreibe, so der Aberglaube, jegliche Zauberei. Natürlich waren auch die Hörner als Jagdtrophäe sehr beliebt. Die Hörner eines Steinbocks können bis zu einen Meter lang, und fünf Kilogramm schwer, werden. Die Hörner werden dazu genutzt die Rangordnung zu bestimmen und nur der stärkste Bock kann sich während der Brunftzeit paaren und fortpflanzen.
Erst Kaiser und begeisterter Jäger Maximilian I. gelang es gewisse Bereiche, wo der Steinbock noch vorkam, unter Schutz zu stellen. Doch Wilderei und Vermischung der Steinböcke mit Ziegen, die auf den Almen getrieben wurden, führte zu einer konstanten Abnahme der Bestände. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts war das Steinwild in Tirol sehr selten geworden und ein Dokument aus dem Jahre 1574 gibt den Bestand ausdrücklich als erloschenen an. Im 18. Jahrhundert gab es nur noch einzelne Restpopulationen des Steinbocks im Alpenraum und um 1809-1920 war er praktisch ausgerottet da nur noch ein Bestand in Aosta existierte.
Die letzten Steinböcke der Alpen überlebten ausgerechnet im persönlichen
Jagdrevier von Umberto I. Der König von Italien stellte "seine" Alpensteinböcke sogar unter persönlichen Schutz. Allerdings
wollte Umberto keinen seiner Steinbock hergeben, selbst auf offizielle
Anfragen von anderen Alpenländern. 1906 wurden die ersten Tiere daher
illegal in die Schweiz entführt (zur Feuer der Eröffnung des
Simplontunnels in 1905) und 1911 wurden dort die ersten Tiere dort in
die Freiheit entlassen. Sein Sohn jagte noch bis
1912 Steinböcke im Aostatal,
sieben Jahre später schenkte er das Gebiet den italienischen Staat und am 13. Dezember 1922 wurde der
Nationalpark Gran Paradiso gegründet. Nur
noch 100 Steinböcke gab es damals. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Anzahl der Steinböcke im Naturpark Gran Paradiso auf einige Tausend Tiere angewachsen. Vom Engadin und von Graubünden aus, wo die von den Schweizern entführten Kitze angesiedelt worden waren, wanderte vor 50 bis 60 Jahren der Steinbock nach Südtirol ein. Heute gibt es wieder um die 1.500 Steinböcke in Südtirol und in den Alpen insgesamt, verteilt auf 160 Kolonien, mehr als 50.000 Tiere.
“Mir gefiel das verschiedenartige Aussehen der einer Kreidegegend
eigentümlichen Vegetation, die der so ungleich war, an welche ich in den
Grafschaften des mittleren Teiles von England gewöhnt gewesen war, und
noch mehr gefiel mir die außergewöhnliche Ruhe und Ländlichkeit des
Ortes.”
Charles Darwin
Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist eine mittelgroße Orchidee mit großen, auffälligen, pantoffelartigen Blüten. Die Pflanze kommt auf kalkreichen, frischen, humosen Lehmböden der montanen bis subalpinen Stufe vor, in lichten Wäldern mit Fichten oder Legföhren.
Standort des Frauenschuh (Cypripedium calceolus) am Kreidesee, Fanes, Sommer 2010.
"Nicht überall ist der Fels so nackt und glatt! Regen und Sonne, Hitze und Kälte, Wind und Schnee wirken auf ihn ein und graben ihre Spuren in sein Antlitz. Spalten entstehen, zuerst nur millimeterbreit, aber doch groß genug, um etwa dem zarten Glockenblümchen oder dem Glänzenden Fingerkraut Raum für ihre Würzelchen zu geben. Ist die Spalte nicht breit, so tut es die Tiefe, und die kleinen Pflänzchen entwickeln oft ein Wurzelfilz von über einem Quadratmeter Fläche, ein ganzes Wurzeltuch. Was dem Glockenblümchen gelingt, kann auch das unscheinbare Felsenblümchen, jede Gelegenheit, und sei es eine noch so winzige Fuge, wird wahrgenommen, um einen Halt zu finden.“ Wendelberger, E. „Die Alpen blühen“, 1966.
Fundort der Dolomiten-Teufelskralle (Physoplexis comosa), Conturines, Sommer 2009.
Laut
Volksglauben bringt der einschlagende Donner auch die „Donnersteine“
bzw. „Donnerkeile“ mit sich. Die Steine werden als „ähnlich einen
Spitzhammer, hinten platt und vorne mit mehreren Spitzen versehen“ und
stets „mit Maggen (Dellen) behaftet“. Es handelt
sich dabei zumeist um zufällig aufgefunden prähistorische Artefakte oder
Fossilien.
Prähistorische Silex-Abschläge.
Diese Fundstücke waren äußerst begehrt, da sie angeblich von
Blitzschlag schützten, der Volkskundler und Sagensammler Johannes Adolf
Heyl berichtet in seine „Volkssagen aus Tirol (1897) das „nur zwei
Wälschnovener das Glück gehabt haben, einen Thunderstoan zu finden, der
alte Tschandl und der alte Kundl. Beide bewahrten ihn wie ein Heiligtum
auf.“
Das Verhalten der Larven der Trichoptera, nämlich einen Köcher aus Steinchen oder Pflanzenteilen, zum Schutz ihres weichen Hinterleibs zu bauen, hat dieser Insektengruppe auch den allgemeinen Namen beschert – Köcherfliegen.
Weltweit gibt es über 100.000 Arten, in Italien sind 328 Arten dokumentiert. Das für die Köcher verwendete Baumaterial ist teilweise artspezifisch, hängt aber auch von der Verfügbarkeit vor Ort ab.
Limnephilidae. 2cm langes Gehäuse überwiegend aus Glimmerschiefer, einige weiß-graue Quarz- und rötliche Quarzkörner, eingebaut wurden auch einige größere Biotit-Kristalle. Fundort: Flaggertal, in Bachbett mit Geschiebe. Einzugsgebiet mit Glimmerschiefern und Phylliten, große Granit-Intrusion, darunter auch rötliche Granit-Variante.
Limnephilidae. 2cm langes Gehäuse überwiegend aus Glimmerschiefer, einige weiß-graue Quarzkörner. Fundort: Lavant, Auenwald, in Bachbett mit sandig-kiesigen Substrat. Einzugsgebiet mit kristallinen und Sedimentgesteinen. Das Gehäuse zeigt eine leichte Reaktion mit Salzsäure, Hinweis auf karbonatische Anteile.
Limnephilidae. Gehäuse mit Dolomitkörnern und Rindenstückchen. Fundort: Rautal, Bachbett mit kiesigen Substrat. Einzugsgebiet in Dolomitengebiet.
Manche Köcherfliegenlarven (Rhyacophila sp. Rhyacophilidae) bauen nur zur Verpuppung einen Köcher, der an größere Steine angeheftet wird.