Freitag, 2. Februar 2018
Sonntag, 28. Januar 2018
Zeigerart: Cypripedium calceolus
“Mir gefiel das verschiedenartige Aussehen der einer Kreidegegend
eigentümlichen Vegetation, die der so ungleich war, an welche ich in den
Grafschaften des mittleren Teiles von England gewöhnt gewesen war, und
noch mehr gefiel mir die außergewöhnliche Ruhe und Ländlichkeit des
Ortes.”
Charles Darwin
Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist eine mittelgroße Orchidee mit großen, auffälligen, pantoffelartigen Blüten. Die Pflanze kommt auf kalkreichen, frischen, humosen Lehmböden der montanen bis subalpinen Stufe vor, in lichten Wäldern mit Fichten oder Legföhren.
Samstag, 6. Januar 2018
Bewohner der Spalten
"Nicht überall ist der Fels so nackt und glatt! Regen und Sonne, Hitze und Kälte, Wind und Schnee wirken auf ihn ein und graben ihre Spuren in sein Antlitz. Spalten entstehen, zuerst nur millimeterbreit, aber doch groß genug, um etwa dem zarten Glockenblümchen oder dem Glänzenden Fingerkraut Raum für ihre Würzelchen zu geben. Ist die Spalte nicht breit, so tut es die Tiefe, und die kleinen Pflänzchen entwickeln oft ein Wurzelfilz von über einem Quadratmeter Fläche, ein ganzes Wurzeltuch. Was dem Glockenblümchen gelingt, kann auch das unscheinbare Felsenblümchen, jede Gelegenheit, und sei es eine noch so winzige Fuge, wird wahrgenommen, um einen Halt zu finden.“
Wendelberger, E. „Die Alpen blühen“, 1966.
Fundort der Dolomiten-Teufelskralle (Physoplexis comosa), Conturines, Sommer 2009.
Wendelberger, E. „Die Alpen blühen“, 1966.
Sonntag, 17. Dezember 2017
Geo-Mythologie: Donnersteine
Laut
Volksglauben bringt der einschlagende Donner auch die „Donnersteine“
bzw. „Donnerkeile“ mit sich. Die Steine werden als „ähnlich einen
Spitzhammer, hinten platt und vorne mit mehreren Spitzen versehen“ und
stets „mit Maggen (Dellen) behaftet“. Es handelt
sich dabei zumeist um zufällig aufgefunden prähistorische Artefakte oder
Fossilien.
Prähistorische Silex-Abschläge.
Diese Fundstücke waren äußerst begehrt, da sie angeblich von
Blitzschlag schützten, der Volkskundler und Sagensammler Johannes Adolf
Heyl berichtet in seine „Volkssagen aus Tirol (1897) das „nur zwei
Wälschnovener das Glück gehabt haben, einen Thunderstoan zu finden, der
alte Tschandl und der alte Kundl. Beide bewahrten ihn wie ein Heiligtum
auf.“
Samstag, 2. Dezember 2017
Köcherfliegen und Geologie
Das Verhalten der Larven der Trichoptera, nämlich einen Köcher aus Steinchen oder Pflanzenteilen, zum Schutz ihres weichen Hinterleibs zu bauen, hat dieser Insektengruppe auch den allgemeinen Namen beschert – Köcherfliegen.
Weltweit gibt es über 100.000 Arten, in Italien sind 328 Arten dokumentiert. Das für die Köcher verwendete Baumaterial ist teilweise artspezifisch, hängt aber auch von der Verfügbarkeit vor Ort ab.
Abb.1. Köcherfliege in Conrad Gessners "Nomenclator aquatilium animantium" (1560)
Weltweit gibt es über 100.000 Arten, in Italien sind 328 Arten dokumentiert. Das für die Köcher verwendete Baumaterial ist teilweise artspezifisch, hängt aber auch von der Verfügbarkeit vor Ort ab.
Limnephilidae. 2cm langes Gehäuse überwiegend aus Glimmerschiefer, einige weiß-graue Quarz- und rötliche Quarzkörner, eingebaut wurden auch einige größere Biotit-Kristalle. Fundort: Flaggertal, in Bachbett mit Geschiebe. Einzugsgebiet mit Glimmerschiefern und Phylliten, große Granit-Intrusion, darunter auch rötliche Granit-Variante.
Limnephilidae. 2cm langes Gehäuse überwiegend aus Glimmerschiefer, einige weiß-graue Quarzkörner. Fundort: Lavant, Auenwald, in Bachbett mit sandig-kiesigen Substrat. Einzugsgebiet mit kristallinen und Sedimentgesteinen. Das Gehäuse zeigt eine leichte Reaktion mit Salzsäure, Hinweis auf karbonatische Anteile.
Limnephilidae. Gehäuse mit Dolomitkörnern und Rindenstückchen. Fundort: Rautal, Bachbett mit kiesigen Substrat. Einzugsgebiet in Dolomitengebiet.
Manche Köcherfliegenlarven (Rhyacophila sp. Rhyacophilidae) bauen nur zur Verpuppung einen Köcher, der an größere Steine angeheftet wird.
Sonntag, 19. November 2017
Die Sage vom Teufelsstein
Das Naturdenkmal "Teufelsstein".
Der Sage nach
hatten die Mühlwalder Bauern im schönen Pustertal einst den Teufel derart erzürnt, dass
dieser Rache schwor. Er trug einen Stein von Lüsen herüber und wollte
ihn vom Mutenock nach Mühlwald hinunterrollen lassen. Dazu wählte der
Teufel den kürzesten Weg. Weil der Stein aber schwer war und auch ein
Teufel einmal rasten muss, hat er seine Kraxe mit dem Stein nieder
gestellt.
Der Teufel trägt einen Felsbrocken um eine böse Tat zu begehen... Tafel nach Johann Melchior Füssli, aus der Nova Helvetiae Tabula Geographica, um 1712, des Johann Jakob Scheuchzers.
In seiner Wut und in seinem Zorn gegen die Mühlwalder hatte er
aber nicht bemerkt, dass der Morgen zu grauen begann und dass der
Mesner von Terenten - der ein Frühaufsteher war - schon die Betglocke
zum Morgengruß läutete. So musste der Teufel den Stein liegen lassen und
wieder hinab in die Unterwelt flüchten. So kommt es, dass der
„Teufelsstein“ bis heute mitten im Wald auf ca. 1.700 m, oberhalb vom
Nunewieser liegt. Eine andere Version der Sage wurde von Hans Fink aufgezeichnet, wonach der Teufel mit dem besagten Teufelsstein durch die Lüfte flog, um in Mühlwald die neue Kirche zu zerstören. Doch beim Ave-Maria-Läuten entglitt ihm der Stein, und da liegt er noch heute.
Beim Teufelsstein handelt es sich tatsächlich um einen großen Findling, der von den Gletschern aus den nahen Zillertaler Alpen während der letzten Eiszeit hierher verfrachtet wurde. Als die großen Gletscher vor 18.000 Jahren abschmelzen, blieb auch der Gneis-Block liegen, und so liegt er noch heute da.
Beim Teufelsstein handelt es sich tatsächlich um einen großen Findling, der von den Gletschern aus den nahen Zillertaler Alpen während der letzten Eiszeit hierher verfrachtet wurde. Als die großen Gletscher vor 18.000 Jahren abschmelzen, blieb auch der Gneis-Block liegen, und so liegt er noch heute da.
Die Dolomiten
Abbildung der Geislergruppe, um 1918.
„Hier erblickt der Reisende zum ersten Male die Berge der Dolomiten, sie fesseln unsere Blick durch das Sonderbare ihrer Formen und das Malerische ihrer Umrisse, durch ihre scharfen Spitzen und Hörner, welche sich zuweilen in der Gestalt von Zinnen und kühnen Obelisken erheben, während andere sich wieder in eingesägten Rücken hinziehen und mit spitzen Zähnen, gleich dem Rachen eines Alligators, besetzt sind. Oft stürzen sie mit mehreren 1000 Fuß hohen Wänden senkrecht in die Täler ab und sind gewöhnlich von zahlreichen, tiefen Klüften durchschnitten. Sie sind vollkommen nackt und von jeder Vegetation entblößt und haben meist eine lichtgelbe oder weißliche Färbung.
Die Dolomitberge bilden eine vollkommenen gegensatz zu allen anderen Gebirgen. Zuweilen nehmen sie die Gestalt von Türmen an, und bei anderen sind die Spitzen so schlank und in solcher Menge zusammengehäuft, daß man unwillkürlich an ein Bündel Bajonette oder Schwertklingen erinnert wird.“
„Handbook for Travellers in Southern Germany“ (1837, Handbuch für Reisende in Süddeutschland)
Die Dolomitberge bilden eine vollkommenen gegensatz zu allen anderen Gebirgen. Zuweilen nehmen sie die Gestalt von Türmen an, und bei anderen sind die Spitzen so schlank und in solcher Menge zusammengehäuft, daß man unwillkürlich an ein Bündel Bajonette oder Schwertklingen erinnert wird.“
„Handbook for Travellers in Southern Germany“ (1837, Handbuch für Reisende in Süddeutschland)
Die Alpe Stevia im Grödental. Aquarell mit Deckfarben auf Papier, entstanden um 1694.
Farbiger Holzschnitt aus d Buch "The Dolomites" von S.H. Hamer, London 1910.
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