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Montag, 21. September 2015

Zitat: Es quält mich...

Es quält mich sehr, dass ich die vielen Kräuter, Sträucher und Pflanzen nicht kenne, die vielleicht für die Erzeugung von Farben, Arzeneien und Gewürzen von großem Wert sein mögen. Ich werde von den meisten Proben nach Hause nehmen.”
Aus dem Logbuch des Christoph Kolumbus, 18. Oktober 1492


Die Flora der Neuen Welt, aus dem Berghaus-Atlas (1845-1862), als Beilage zu Humboldts Lebenswerk "Kosmos" gedacht.

Samstag, 19. September 2015

Die erste Nennung der Dolomiten-Fossilien

"Steine vergehen. Die Gesänge bleiben."
Polynesisches Sprichwort

Die erste Nennung von Fossilien aus Dolomiten geht zurück in das Jahr 1741 – laut Sitzungsprotokoll vom 18. August 1741 nennt der Stadtphysikus von Innsbruck, Franz Ferdinand von Giuliani (1701-1762), in seinem Vortrag  „Dissertatio de Fossilibus universalis Diluvii“ mehrmals Muscheln aus dem Pustertal  bzw. Pustertaler Bergen, da das Pustertal selbst von metamorphen Gesteinen geprägt wird bezieht sich diese Ortsangabe wohl eher auf die Dolomiten. Giuliani diskutiert die Fossilien– ganz dem Wissen seiner Zeit entsprechend - als Überreste der biblischen Sündflut.

 

Samstag, 8. August 2015

Vom Perch zum Berg

Alte Urkunden um 1270 benutzen noch das Wort „mons“ um Berge wie auch Bergwerke zu bezeichnen, erst um 1300 taucht der Begriff „berg“ oder „perch“ auf, wobei der Begriff oft bewirtschaftete oder gerodete (nicht unbedingt in der Höhe liegend, aber „geborgene“ Gebiete) Flächen meint. So findet man im „Bergbauwesen“ der Begriff „falum berg“, „öder berg“ oder „öder stein“ im 12. und 13. Jahrhundert treffend klingend das taubes , erzfreie Gestein. Berg könnte hier also vom Verb „bergen“ abstammen oder sich darauf beziehen, das „Hervorbringen“ oder „Bergen“ vom Gestein aus dem Berg.
Weitaus später wird Berg auf den tatsächlichen Berg angewendet. So enden tatsächlich viele Namen von Bergen in den Ostalpen mit den Begriffen „-Eck“, „-Spitz“ oder „-Kogel“, Begriffe die von der ortsansässigen Bevölkerung für Jahrhunderten verwendet wurden. Bis ins späte 18. Jahrhundert waren weiteres die Begriffe „Birg/Pirg/Pürg“ für den Berg weitaus geläufiger.
 
Der Schneeberg, Schwazer Bergbuch, 1556.
 
Literatur:
 
GRUBER, F. (2004): Einige Ausdrücke des Montanwesens in etymologischer - sprachgeschichtlicher Sicht. Res Montanarum. Nr. 34: 101-112

Samstag, 1. August 2015

Die Wissenschaftliche Eroberung der Alpen

Bis weit ins Mittelalter wurden Gebirge als schreckliche und gefährliche Orte – mit Steinschlag, Lawinen, Unwetter – angesehen. 
Alles das über der Wald- und Almgrenze lag wurde als „Gamsgebirg´“ angesehen und einer „Müßt´… schon a narreter Teufel sein, dass er da umasteigat“ (Mitt. DÖAV, 1917). Wenn es nicht sein musste wurden große Höhen daher nicht aufgesucht, auch wenn sie nicht unberührt waren – Hirten, Händler, Kräutersammler, Mineraliensucher und Jäger suchten immer wieder Pässe und vielleicht auch Gipfel auf.
 
Abb.1. Auf der Gemsjagd, aus "Die Alpen in Natur- und Lebensbilder" (1861).

Als geistiger Vater des Alpinismus gilt der Italienische Dichter Francesco Petrarca (1304-1374), der in 1336 anscheinend den Mont Ventoux bestieg und das Vorhaben mit den Worten „Nicht die Berge wollt ihr kennen lernen, sondern auch selbst..[]“ begründete.
 
Der Berg als interessanter und harmonischer Ort wurde durch das Gedicht „Die Alpen“ (1729) des Schweizer Dichter und Naturforschers Albrecht von Haller (1708-1777) populär. Erste Spekulationen über die Naturgeschichte der Berge wurden schon um 1561 mit dem Werk "De montium origine", des Valerius Faventies, veröffentlicht. Aber erst Zeitgenossen Hallers, wie Sebastian Münster (1489-1552), Johannes Stumpf (1500-1566),  Konrad Gessner (1516-1565)  und Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) beschreiben Gebirge naturwissenschaftlich, im Fall von Scheuchzer auch die Geologie. Gessners „Historiae Animalium (4 Bände zwischen 1551-1558, ein 5. Band wurde nach seinem Tod in 1587 veröffentlicht) beeindruckt durch seine zahlreichen Abbildungen in dem er einheimische und fremde Tiere darstellt. In 1555 ersteigt er den Pilatus (2.128m) und beschreibt den Aufstieg in seine „Descriptio Montis Fracti Juxta Lucernam“. In 1544 veröffentlicht Johannes Stumpf in der „Schwytzer Chronica“ eine erste Beschreibung der Topographie der Alpen.
Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799) fasst seine naturwissenschaftliche Beobachtungen die er während der Besteigung des Mont Blanc im Juli 1789 gesammelt hat in seinem „Voyages dans le Alpes“ zusammen.
 
Abb.2. Anonymer Druck de Saussure´s Abstieg vom Mont Blanc zeigt.

Louis Agassiz (1807-1873), Édouard Desor (1811-1882) und Karl Vogt (1817-1895) betreiben naturwissenschaftliche Forschung auf und um Gletschern, wobei Desor in 1839 den Gletscherfloh entdeckt und die Moränenlandschaften untersucht. Oswald Heer (1809-1883) publiziert verschiedene Arbeiten und beschäftigt sich auch als einer der Ersten mit der höhenabhängigen Verbreitung der Tierarten ( „Geographische Verbreitung der Käfer in den Schweizer Alpen, besonders nach ihren Höhenverhältnissen“).

Die Alpen waren von den Naturwissenschaften erobert worden... 

Abb.3. Im 16-18. Jahrhundert werden die Alpen langsam von technischen und wissenschaftlichen Neuerungen erobert, in diesem Bild des Holländischen Künstlers C.D.Van der Hech sieht man einen Bergbau als Zeichen der Zivilisation, der fast schon im Widerspruch mit der unberührten Berglandschaft erscheint.
 

Literatur:

BEATTIE, A. (2006): The Alps: A Cultural History. Oxford University Press: 246
BRIDLE, B. (2011): Mountaineers. Royal Geographical Society,The Alpine Club: 359

MacFARLANE, R. (2003): Mountains of the Mind - Adevntures in Reaching the Summit. Random House Publishing, New York: 324

Sonntag, 5. Juli 2015

Das Hochgebirge - Die Grenzen der Natur und die Grenzen des Menschen

Das Hochgebirge - die Grenzen der Natur und die Grenzen des Menschen

Nichts ist für euch hier selbstverständlich, nichts ohne Kampf und Opfer zu haben, am wenigsten, dass ich euch am Leben lasse. Wehrt euch also mit Händen und Füßen, ringt um euer Leben mit all euren eingerosteten Sinnen, mit heißen Herzen und klugen Hirn; dann erntet ihr auf dem Felde des mitleidlosen Todes die süße Frucht der Freude am leben.“ 
Bergpionier Eugen Guido Lammer

Montag, 22. Juni 2015

Zeigerart: Letharia

Die Flechtenart Letharia vulpina oder Wolfsflechte wächst auf Nadelbäume der montanen Stufe, bevorzugt auf Lärchenrinde.
Letharia vulpina auf Lärche, 1.900m SH, Venntal, Tirol (12. Juni 2015).

Sonntag, 31. Mai 2015

Zitat: Die Botanik...

Die Botanik ist keine sesshafte und träge Wissenschaft, bei der man in der Ruhe  und im Halddunkel seines Arbeitszimmer vorankommt. Sie verlangt, dass man Berge überquert und durch Wälder streift, dass man durch zerklüftete Felsen klettert und sich an den Rand von Abgründen begibt.”
Fontenelle “Lobschrift auf Monsieur de Tournefort” (1709)
 
Geografie der äquinoktialen Pflanzen auf einer von Humboldt erstellten Tafel der Anden mit Nachbarländern, basierend auf den Beobachtungen und essungen vor Ort von 10 Grad nördliche Breite bis 10 Grad südliche Breite in den Jahren 1799,1800, 1801, 1802 und 1803.